Fallstudie · Personalabteilungen

250 Personalakten digitalisiert, ohne sie einzeln zu sortieren

Ein Einmalprojekt: Der gesamte Aktenbestand wurde für die Migration in ein neues HR-System aufbereitet. Danach läuft Stapelweise im kleinsten Paket weiter.

Auf einen Blick

Stapelweise-Partner
Nürburgring, Personalabteilung
Art des Projekts
Einmalige Digitalisierung des Altbestands, danach laufender Betrieb im kleinsten Paket
Anlass
Migration auf ein neues HR-System
Aktenbestand
250 bis 300 Personalakten, ausschließlich in Papierform
Umfang je Akte
Bis zu rund 150 Seiten und 60 bis 70 Einzeldokumente
Dokumentarten
Arbeitsverträge, Personalfragebögen, Zeugnisse, Bewerbungsunterlagen, Fortbildungsnachweise, Unterlagen zur betrieblichen Altersvorsorge und weitere
Vorgehen
Fünf Testakten, anschließend Verarbeitung in Chargen von 25 bis 30 Akten
Betriebsmodell
Stapelweise-Cloud
Aufwand des Unternehmens
Scannen der Akten, Festlegung von Ordnerstruktur und Dateinamenskonvention, Prüfung der gekennzeichneten Fälle
Projektkosten
Mittlerer vierstelliger Betrag, einmalig
Danach
Paket Standard in der Stapelweise-Cloud für den laufenden Dokumenteneingang

Ausgangslage

Die Personalakten des Nürburgrings lagen vollständig in Papierform vor. Gleichzeitig stand die Migration auf ein digitales HR-System an. Damit entstand ein einmaliger, aber sehr großer Digitalisierungsaufwand: Mehrere hundert Akten mussten gescannt, in einzelne Dokumente zerlegt, korrekt benannt, kategorisiert und in einer definierten digitalen Struktur bereitgestellt werden.

Einzelne Akten umfassten bis zu rund 150 Seiten und 60 bis 70 Einzeldokumente — Arbeitsverträge, Personalfragebögen, Zeugnisse, Bewerbungsunterlagen, Fortbildungsnachweise, Unterlagen zur betrieblichen Altersvorsorge.

Die eigentliche Schwierigkeit lag nicht im Scannen. Die aufwendige Arbeit begann danach: Jedes Dokument musste erkannt, vom Rest der Akte getrennt, richtig bezeichnet und der korrekten Kategorie zugeordnet werden.

Warum Handarbeit keine Option war

Eine einfache Überschlagsrechnung macht den Umfang greifbar. Angenommen, das Prüfen, Trennen, Benennen und Ablegen eines einzelnen Dokuments dauert im Schnitt eine Minute: Dann verursacht eine umfangreiche Personalakte allein rund eine Stunde Handarbeit. Über 250 bis 300 Akten hinweg summiert sich das auf mehrere hundert Arbeitsstunden.

Aus einem scheinbar einfachen Scanprojekt wird auf diese Weise schnell ein monatelanges Sortierprojekt — neben dem Tagesgeschäft einer Personalabteilung, das ohnehin weiterläuft.

Zur Einordnung: Diese Rechnung ist eine Annahme aus einem Projektgespräch, keine gemessene Ist-Zeit.

Anforderungen

  • Gescannte Sammelakten in einzelne Dokumente zerlegen, ohne dass jede Seite von Hand geprüft wird
  • Dokumente der vom Unternehmen vorgegebenen Ordnerstruktur zuordnen
  • Dateien nach der festgelegten Namenskonvention benennen
  • Ausschließen, dass ein Dokument in der Akte einer anderen Person landet
  • Unsichere Fälle sichtbar machen, statt sie stillschweigend zu entscheiden
  • Den Austausch der sensiblen Unterlagen abgesichert abwickeln

Umsetzung

Das Unternehmen übernimmt allein das Scannen, getrennt nach Mitarbeitenden. Alles Weitere läuft automatisiert:

Eingang

Eine vollständig gescannte Personalakte wird als PDF bereitgestellt.

Trennen

Stapelweise erkennt, welche Seiten zu welchem Einzeldokument gehören, und zerlegt die Sammeldatei entsprechend.

Auslesen

Für jedes Dokument werden Name, Datum, Dokumentart und weitere relevante Angaben ermittelt.

Einordnen

Das Dokument wird der vorgegebenen Akten- und Ordnerstruktur zugeordnet.

Benennen

Die Datei erhält automatisch einen Dateinamen nach der festgelegten Konvention.

Nachprüfen

Ein zweiter, unabhängiger Schritt prüft Einordnung und ausgelesene Angaben auf Widersprüche.

Kennzeichnen

Auffällige oder unsichere Fälle werden für die manuelle Kontrolle markiert.

Übergeben

Das Ergebnis wird als strukturierte digitale Personalakte bereitgestellt, dazu ein Prüfbericht.

Begonnen wurde nicht mit dem gesamten Bestand, sondern mit fünf Testakten. Darauf folgten Läufe mit jeweils 25 bis 30 Akten. Aus diesen Durchgängen wurden Kategorien und Zuordnungsregeln nachgeschärft.

Der Unterschied zur reinen Texterkennung

Der anspruchsvolle Teil ist nicht das Lesen, sondern das Einordnen. Ein Zeugnis kann zu den Bewerbungsunterlagen gehören oder während des Beschäftigungsverhältnisses entstanden sein. Welche Kategorie richtig ist, ergibt sich erst aus dem Zusammenhang — im konkreten Fall unter anderem aus dem Eintrittsdatum: Ein Zeugnis von vor dem Beschäftigungsbeginn gehört zu den Bewerbungsunterlagen, ein später ausgestelltes zu den Zeugnissen oder Fortbildungsnachweisen.

Genau an dieser Stelle kommt eine regelbasierte Dokumentenerkennung an ihre Grenzen.

Die Fälle, an denen es hängt

Namensänderungen

Wer während der Beschäftigung den Namen ändert, erzeugt in derselben Akte zwei verschiedene Namen. Der Widerspruch wird zur Prüfung gekennzeichnet, statt stillschweigend aufgelöst zu werden.

Kategorien, die sich überschneiden

Ein Fortbildungszertifikat passt unter „Fortbildung" ebenso wie unter „Zeugnisse". Für Unterlagen ohne passende Kategorie gibt es eine Auffangkategorie, die anschließend gemeinsam geklärt wird.

Verwechslungsgefahr zwischen Akten

Jede Personalakte wird bereits beim Scannen und in der Verarbeitung strikt als eigene Einheit behandelt. Eine zweite, unabhängige Prüfung bewertet, ob Dokument, Person und Einordnung zueinander passen.

Die eigene Aktenlogik

Das Projekt zwingt dazu, Ordnerstruktur und Kategorien einmal sauber zu definieren. Dieser Nebeneffekt wirkt über die Digitalisierung hinaus.

~300 Stunden Sortierarbeit, die nach Überschlagsrechnung von Hand angefallen wären — rund 37 Arbeitstage.

Ergebnis

Ohne StapelweiseMit Stapelweise
Aufgabe der Personalabteilungjedes Dokument öffnen, benennen, einsortierenscannen und die gekennzeichneten Fälle prüfen
Aufwand nach Überschlagsrechnungrund 300 Stunden, etwa 37 ArbeitstagePrüfaufwand nur bei den markierten Fällen
Ergebnis je AktePapierordnerbenannte, kategorisierte Einzeldateien in fester Struktur
Nachvollziehbarkeit—Prüfbericht mit Unsicherheiten und Widersprüchen

Rund 37 Arbeitstage

Sortierarbeit, die nach Überschlagsrechnung sonst von Hand angefallen wäre. Modellannahme, keine gemessene Zeit.

250 bis 300 Akten aufbereitet

Nach fünf Testakten in Chargen von 25 bis 30 Akten, mit nachgeschärften Regeln aus jedem Durchgang.

Voraussetzung für das neue HR-System

Die Migration konnte mit strukturierten, benannten und kategorisierten Akten beginnen statt mit Papierordnern. Ohne diesen Schritt hätte das neue System keinen verwertbaren Altbestand vorgefunden.

Definierte Aktenlogik

Ordnerstruktur, Kategorien und Dateinamenskonvention liegen erstmals verbindlich fest.

Einordnung: Zur Genauigkeit der automatischen Einordnung liegt aus diesem Projekt noch keine abschließend gemessene Fehlerquote vor. Die Angaben zum Aufwand beruhen auf einer Überschlagsrechnung, nicht auf einer Zeitmessung.

Nach dem Projekt: vom Kraftakt zum Normalbetrieb

Anders als in den übrigen Fallstudien stand hier kein Dauerbetrieb am Anfang, sondern ein einmaliger Kraftakt: Der gesamte Altbestand musste überhaupt erst in eine brauchbare digitale Form gebracht werden. Dieses Projekt schlug einmalig mit einem mittleren vierstelligen Betrag zu Buche.

Danach ändert sich der Bedarf. Der Altbestand ist erledigt, es kommen nur noch laufend neue Unterlagen hinzu. Dafür genügt das kleinste Paket, betrieben in der Stapelweise-Cloud. Der große Aufwand fällt einmal an, der laufende Betrieb bleibt schlank.

Pakete und Betriebsmodelle im Überblick →

Umgang mit den Unterlagen

Personalakten gehören zu den sensibelsten Unterlagen eines Unternehmens. Der Austausch lief deshalb über einen gesicherten, Ende-zu-Ende-verschlüsselten Weg; der Zugriff war nur mit Zugangsdaten beziehungsweise Passphrase möglich. Für die bereitgestellten Dokumente war eine automatische Löschung vorgesehen, ebenso die Löschung der Projektdaten nach Abschluss der Verarbeitung.

Steht bei Ihnen ein Aktenbestand im Weg?

Ob Systemwechsel, Umzug oder Aufräumen: Ein gewachsener Papierbestand lässt sich aufbereiten, ohne dass jemand ihn Dokument für Dokument von Hand sortiert. Schicken Sie uns ein paar typische Akten, dann sehen Sie am eigenen Material, was automatisch erkannt, getrennt und einsortiert wird.